KI-Zusammenfassung mit Quellen · 4 Min. · Austragung 2026
Das Radfahren in Kenting: 90 km, auf denen der Wind das Sagen hat, nicht die Steigung
Out-and-back entlang der Südküste Taiwans mit 506 Hm: sanfte Hügel, Meerblick und der berüchtigte Winterwind als echte Rennvariable.
Die Strecke im Überblick
89,9 km mit 506 Höhenmetern, offizielle Angabe. Gestartet wird aus der Wechselzone am Howard Beach Resort, dann geht es entlang der Südküste Taiwans auf einem Out-and-back-Kurs. Ein Recon-Video der Strecke 2025 unterteilt den Kurs so: Zone Kenting beim Start, dann eine Abfolge von Küsten- und Nebenstraßen (etwa km 8, 14, 20, 24, 30, 34) bis zur Auffahrt auf die Provincial Highway 26 gegen km 36, wo sich der Abschnitt mit dem Abzweig befindet; von dort geht es auf derselben Straße zurück. Laut offizieller Streckeninfo liegt der Wendepunkt rund 10 km nach dem Linksabbieg auf die Highway 26.
Praktisch heißt das: Keine Strecke, die man Kurve für Kurve auswendig lernen muss, aber sie hat zwei spiegelbildliche Gesichter. Was dich auf dem Hinweg bremst, schiebt dich auf dem Rückweg – oder umgekehrt.
Sanfte Hügel, nichts Extremes
Ein Race Report der Ausgabe 2024 beschreibt den Kurs als sehr schönes Out-and-back, voller Ausblicke, mit einigen sanften Hügeln, aber nichts Verrücktem. Mit 506 Hm auf 90 km sprechen wir von einem welligen, aber fahrbaren Profil: kein Anstieg, der eine Bergübersetzung erfordert. Dort wird das Rennen nicht entschieden.
Der Wind ist das Rennen
Das Markenzeichen von Kenting ist der Winterwind, der von der Hengchun-Halbinsel herunterfällt. Der Veranstalter selbst nennt ihn bei der Vorstellung der Strecke 2026 ("challenging downhill winds"), und die Berichte lokaler Athleten bestätigen es: Ein Teilnehmer der Ausgabe 2026, zum dritten Mal hier im Ziel, schreibt, der Wind von Kenting "kennt keine Gnade" – wie immer. Plane deinen Radsplit um den Wind herum, nicht um die Höhenmeter.
So managst du ihn auf einem Out-and-back:
- Gegenwind: konstante Watt, nicht konstante Geschwindigkeit. Wer bei Gegenwind den km/h hinterherjagt, verbrennt seinen Lauf. Halte dein Power- oder RPE-Ziel und akzeptiere den niedrigen Schnitt.
- Rückenwind: nichts verschenken. Hier bringt die Aero-Position am meisten bei geringen Kosten. Bleib kompakt und zieh an, wo die Straße es zulässt.
- Seitliche Böen an der Küste: Hände nah an den Bremsen in exponierten Abschnitten, Linie mit Abstand zum Straßenrand.
Übersetzung, Laufräder, Setup
Die sanften Steigungen erfordern keine extremen Übersetzungen: eine Standard-Kurbel mit einer Kassette, die bei Gegenwind hohe Kadenz erlaubt, reicht aus. Bei den Laufrädern ist ein mittleres Felgenprofil vorn die vernünftige Wahl, das sich bei Seitenböen beherrschen lässt; Scheibenrad oder sehr hohe Profile nur, wenn du gewohnt bist, sie bei echtem Wind zu fahren. Die Position zählt mehr als das Material: Eine Stunde im Aerobar-Griff bei Gegenwind ist mehr wert als jedes Upgrade.
Pacing nach Ziel
Die Richtwerte der Streckeninfo reichen von 3:30 für einen entspannten Finisher bis 2:30 für einen Top-Age-Grouper. Bei starkem Wind können diese Zeiten deutlich nach hinten rutschen: Setze dir eine Watt-Obergrenze für den ersten Abschnitt und bewerte am Wendepunkt neu, wenn du genau weißt, welcher Wind auf dem Rückweg wartet.
Was du jetzt tun solltest
1. Baue in den letzten 6–8 Wochen Ausfahrten bei windigen Bedingungen ein, inklusive Seitenböen. 2. Teste die verlängerte Aero-Position: Blöcke von 20–30 Minuten, ohne die Extensions zu verlassen. 3. Entscheide jetzt über die Laufräder für das Szenario "starker Wind" und für "normaler Wind" – und nimm wenn möglich beide mit. 4. Lege deine Watt-Obergrenze für den Gegenwind fest und schreib sie in den Race Plan: Am Renntag wird mit dem Adrenalin nicht verhandelt.