KI-Zusammenfassung mit Quellen · 4 Min. · Austragung 2026
Der Radsplit in Aracaju: 90 flache km auf drei Runden – wer still in Aero liegt, gewinnt
Offiziell schnelle Strecke, widersprüchliche Höhenmeterdaten und tropische Hitze: So planst du Watt, Position und den Umgang mit Überrundeten.
Die Strecke im Überblick
90 km auf drei Runden. Die offizielle Seite spricht von einem flachen, schnellen Kurs mit rund 845 Höhenmetern. Eine andere Streckendatenquelle nennt dagegen nur 377 m, mit maximaler Steigung von 5,2%. Die Zahlen widersprechen sich, und das muss man klar sagen: Es gibt keinen gesicherten Wert. An der Sache ändert das aber nichts. In beiden Szenarien reden wir von einem Kurs, den man als flach behandeln sollte – ohne echte Anstiege. Zeit holst du hier mit konstanter Leistung und aerodynamischer Position.
Was du mit dieser Info machst: Baue deine Vorbereitung nicht auf die exakten Höhenmeter. Baue sie auf die Fähigkeit, die Aeroposition 2,5 Stunden oder länger zu halten, ohne dich je aufzurichten.
Die echte Schwierigkeit: keine Ausrede für Positionswechsel
Auf einem hügeligen Kurs stehst du aus dem Sattel, wechselst die Auflage, entlastest Rücken und Dammbereich. Hier nicht. Keine Anstiege heißt keine natürlichen Pausen. Wenn du nicht 90 km am Stück bequem in Aero liegst, verlierst du mehr Zeit, als der schnelle Kurs dir schenkt.
Test vor dem Rennen: zwei bis drei lange Ausfahrten (70–90 km) komplett in Rennposition, mit dem finalen Setup. Wenn du nach 60 km Nacken, Trapezmuskeln oder Sattel spürst, arbeite jetzt am Bikefitting – nicht in der Race Week.
Pacing: konstant, nicht euphorisch
Die drei Runden verführen zum schnellen Start: glatter Asphalt, hohes Tempo, Adrenalin. Klassischer Fehler. Mehrere Race Reports aus vergangenen Ausgaben zeigen, dass Hitze und an manchen Tagen Wind das Rennen härter gemacht haben, als das Höhenprofil vermuten lässt. Ein Report von 2025 beschreibt ein Rennen, geprägt von extremer Hitze und Wind, mit dem mentalen Management als entscheidendem Faktor.
Praktische Hinweise:
- Setze deine Zielwattzahl konservativer an als bei einem Rennen in kühlem Klima: Feuchte Hitze treibt die Herzfrequenz bei gleichen Watt nach oben.
- Erste Runde: unter Kontrolle, Strecke kennenlernen. Zweite Runde: Renntempo. Dritte Runde: halten, nicht attackieren.
- Ohne Powermeter: fahre nach Herzfrequenz mit vorher definiertem Deckel, nicht nach Gefühl. Bei 30°C und hoher Luftfeuchtigkeit lügt das Gefühl.
Der Verkehr auf drei Runden
Drei Runden auf 90 km bedeuten: In der mittleren Rennphase füllt sich der Kurs. Schnelle Athleten überrunden, andere sind auf der ersten Runde, unfreiwillig bilden sich Grüppchen. Zwei Konsequenzen:
1. Drafting: Halte die regelkonformen Abstände auch dann ein, wenn es voll wird. An belebten Stellen sind die Kampfrichter besonders aufmerksam. 2. Vorsicht beim Überholen: Kündige Überholmanöver an, halte deine Linie, keine abrupten Richtungswechsel, wenn du überrundet wirst.
Die genaue Rundenzahl und der Streckenplan sind vor dem Rennen trotzdem im offiziellen Athlete Guide zu prüfen.
Trinken im Sattel: das Rad ist dein Tank
Bei Lufttemperaturen bis 30°C und hoher Luftfeuchtigkeit ist der Radsplit der beste Moment, um zu trinken und Salze aufzunehmen: Im Sattel verwertet der Körper besser als beim Laufen. Plane mehr Flüssigkeit und Natrium ein als bei deinem Standard in gemäßigtem Klima – und teste es im Training zu heißen Tageszeiten. Wer schon dehydriert in T2 ankommt, verspielt den Halbmarathon. Und genau dort kassiert die Hitze hier ihren Preis.
Entscheidungs-Checkliste
- Setup: wie für einen flachen, schnellen Kurs. Mittlere bis hohe Felgenprofile, wenn du sie sicher beherrschst; die Winddaten sind mangels Informationen neutral, also lass dir Spielraum.
- Übersetzung: keine Berggänge nötig; priorisiere einen runden Tritt bei der Trittfrequenz, die du in Aero hältst.
- Wattplan: vorher definiert, mit Deckel für die erste Runde.
- Flüssigkeitsplan: Wie viele Flaschen, wo füllst du an den Verpflegungsstellen nach, wie viel Salz pro Stunde. Aufgeschrieben und getestet.
Machst du diese Hausaufgaben, ist Aracaju einer der Kurse, auf denen ein gut vorbereiteter Age-Grouper eine persönliche Bestzeit über 90 km fahren kann. Machst du sie nicht, merkt es die Hitze vor dir.