KI-Zusammenfassung mit Quellen · 4 Min. · Austragung 2027
Das Radfahren beim Honu: 827 Höhenmeter, die sich wie das Doppelte anfühlen
Falschflach, seitliche Böen und Dornen am Straßenrand: So meisterst du die 90 km auf dem Queen Ka`ahumanu Highway bis Hawi.
Die Strecke im Überblick
90,1 km mit Start an der Kohala Coast, Hinweg auf dem Queen Ka`ahumanu Highway bis Hawi und zurück. Es ist die nördliche Hälfte der Radstrecke der Ironman-WM: gleicher Asphalt, gleicher Wind, gleiche schwarze Lava am Straßenrand. Die offiziellen Höhenmeter: 827 m – eine Zahl, die auf dem Papier niemanden erschreckt. Trau der Zahl nicht.
Die Struktur ist einfach: ein langes falschflaches Ansteigen mit 1–3 % über rund 18 km Richtung Hawi, mit der steilsten Stelle bei 5,6 % auf einem kurzen Abschnitt, danach viel Flaches und Abfahrt auf dem Rückweg. Das detaillierte Höhenprofil findest du auf PJAMM; die offizielle Strecke auf der Ironman-Streckenseite.
Der wahre Gegner: der Wind
Der Wind ist der Grund, warum dieses Rennen in Foren zu den härtesten 70.3 der USA gezählt wird. Richtung Hawi erwarten dich Gegenwind und böiger Seitenwind. Auf dem Rückweg wird daraus Cross-Tailwind in der Abfahrt: schnell, aber nicht entspannt. Mehrere Race Reports auf Slowtwitch berichten: Wer stabil in der Aeroposition bleiben konnte, kam gut durch; wer sich bei jeder Böe aufrichtete, verlor Minuten und Konzentration.
Was konkret zu tun ist:
- Laufräder: Wenn du dir mit hohen Felgen im Crosswind nicht sicher bist, wähle ein mittleres Profil. Eine Böe mit 40+ km/h in der Abfahrt ist nicht der Moment, deine Grenzen auszutesten.
- Position: Trainiere die Aeroposition im Seitenwind, nicht nur die Power. Hände fest an den Extensions, Schultern locker.
- Test: Fahre vor dem Rennen mindestens 2–3 lange Einheiten bei windigen Bedingungen. Wenn es bei dir keinen Wind gibt, plane in den Tagen vorher eine Besichtigungsfahrt vor Ort ein.
Pacing: das Falschflache ist eine Falle
Das falschflache Stück mit Gegenwind Richtung Hawi verleitet dazu, zu viel zu drücken: Die Geschwindigkeit ist niedrig, das Ego protestiert, und die Watt steigen, ohne dass du es merkst. Das ist der teuerste Fehler des Tages. Der schnelle Rückweg schenkt dir fast gratis Zeit zurück; der Lauf in der Hitze verzeiht dagegen niemandem, der zu viel investiert hat.
Faustregel: Lege ein Watt-Limit (oder ein Limit beim gefühlten Aufwand) für den Abschnitt Richtung Hawi fest und halte es ein – auch wenn du nur 22 km/h fährst. Die Zeiten sind hier generell langsamer als auf Strecken mit mehr Höhenmetern: Die Top 10 % von 2019 beendeten das Rennen in 5:24, rund 20–35 Minuten langsamer als bei vergleichbaren Rennen wie St. George. Plane deine Splits entsprechend: 3:05 ist ein solides Durchschnittsziel, 2:45 ist auf dieser Strecke bereits ein schneller Split.
Platten: ein reales Risiko
Die Reports melden viele Platten durch Dornen am Straßenrand, auch bei Besichtigungsfahrten. Checkliste:
- Neue oder sehr gut erhaltene Reifen, keine abgefahrenen Mäntel nach dem Motto "die halten schon".
- Dichtmilch, wenn du tubeless fährst, sonst zwei Ersatzschläuche und CO2.
- Im Rennen: Kurven nicht am Rand schneiden und niemals vom Asphalt abkommen.
Übersetzung und Material
Bei maximal 5,6 % Steigung auf kurzem Abschnitt braucht niemand eine Kletterübersetzung: Eine Kompaktkurbel mit 28er-Ritzel reicht für jeden locker aus. Der Rest ist Aerodynamik und Stabilität. Aero-Trinkflasche voll am Start und ein ernsthafter Trinkplan: Die Hitze beginnt auf dem Rad, nicht in T2.
Die Entscheidung, die du treffen musst
Schreibe vor dem Rennen schwarz auf weiß auf: Ziel-Watt Richtung Hawi, Ziel-Watt auf dem Rückweg, Felgenprofil je nach deinem Vertrauen im Crosswind. Wenn der Wind am Renntag stärker ist als erwartet, reduziere das Ziel um 3–5 % und akzeptiere den langsameren Split. Hier gewinnt man das Rennen nicht auf dem Rad: Man überlebt es gut, um gut laufen zu können.